Dr. Annette Pitzer - Heilpraktikerin für integrative Psychotherapie

EMDR Therapie

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine etablierte Psychotherapiemethode, die ihren Ursprung in der Psychotraumatherapie hat.

Neben der bilateralen (zweiseitigen) Technik enthält die EMDR-Therapie viele wirksame Elemente aus anderen Psychotherapien, die strukturiert eingesetzt werden. Zum Einsatz kommen z.B. psychodynamische, kognitiv-verhaltenstherapeutische, interpersonelle und körpertherapeutische Ansätze. Dies ermöglicht es, gute Behandlungseffekte zu erreichen. Wissenschaftliche Studien belegen gute Ergebnisse in der Trauma-Therapie, sowie in der Behandlung von Angststörungen und psychosomatischen Erkrankungen.

Durch bilaterale Stimulationen (Augenbewegungen, Tappen etc.) werden das emotionale und rationale Verarbeitungssystem im Gehirn angeregt. Dies führt dazu, dass Erinnerungen von ihrer traumatischen, automatisierten Gefühlsreaktion entkoppelt werden. So ist es möglich, dem traumatischen Geschehen eine neue, angemessene und sachlichere Bewertung zu geben.  

Ein weiterer zentraler Punkt der EMDR-Therapie ist die Ressourcenarbeit. Zur Ressourcenaktivierung werden in der Therapie ganz gezielt Ereignisse im Leben des Patienten gesucht, die gelungen sind, schön waren und das Gefühl der Stärke, Sicherheit ausgelöst haben.

Die EMDR-Therapie aktiviert die körpereigenen Verarbeitungsmechanismen unter Einbeziehung der vorhandenen Ressourcen. Dies setzt dann einen Selbstheilungsprozess in Gang, der Schritt für Schritt die belastenden Symptome auflöst.

Ursprünglich wurde die EMDR-Therapie von Dr. Francine Shapiro als Traumatherapie entwickelt. EMDR zeigt sich aber auch bei anderen Störungen, die aufgrund von belastenden Erlebnissen entstanden sind, als äußerst wirksam.

 

EMDR kommt zum Einsatz bei:

  • Akute Belastungsreaktionen kurz nach belastenden Erlebnissen
  • Angststörungen
  • Anpassungsstörungen
  • Belastungsbedingte Verhaltensstörungen
  • Chronische komplexe Trauma Folgen, Störungen nach schweren Belastungen
  • Chronische Schmerzen
  • Depressive Erkrankungen
  • Panikstörungen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS)
  • Psychophysisches Erschöpfungssyndrom
  • Stoffgebundene Abhängigkeit (besonders im Zusammenhang mit einer Traumafolgestörung)
  • Traumatische Trauer nach Verlusterlebnissen

 

Traumatherapie mit EMDR

Was ist ein Trauma?

Eine Trauma-Definition ist schwer zu finden, da Katastrophen, Gewalt, Vergewaltigungen oder schwere Unfälle nur eine Seite für traumatisierende Ereignisse zeigen. Doch selbst solche traumatischen Ereignisse führen nicht bei allen Menschen zu einer Traumatisierung.

Situationen, die ein Gefühl von intensiver Angst oder einen Kontrollverlust nach sich ziehen, können zu einer Traumatisierung führen.

Dann sind da die „normalen“ Ereignisse, die Teil unseres Lebens sind, wie Operationen, Geburt, Sterben, ein Arztbesuch, eine Trennung, ein Unfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Solche Ereignisse können ebenfalls traumatisch für Menschen sein.
Es ist also schwer ein Trauma nur an einem Ereignis festzumachen. Wichtig ist die Reaktion des Betroffenen auf dieses Ereignis. Ist das Bewältigungspotential eines Menschen vollkommen überfordert und er fühlt sich hilflos und ohne Kontrolle, tritt eine traumatische Reaktion ein.

Dann sind da noch die Situationen in einem Leben, die sich irgendwie immer wiederholen. Die Missachtung in der Kindheit, die Missachtung in der Schule und während der Ausbildung, die Missachtung am Arbeitsplatz und in der Partnerschafft. Solche sich wiederholenden Ereignisse können zu einer kumulativen traumatischen Belastungsstörung führen.

Sie sehen, die Definition eines Traumas ist nicht einfach. Wichtig ist vor allem die persönliche Einschätzung des Betroffenen.

 

Auswirkungen von Traumatisierungen können sein:

  • Alkohol-/Drogenmissbrauch
  • Albträume
  • Bindungsstörungen
  • Borderline-Struktur der Persönlichkeit
  • Chronische Angst
  • Depressionen
  • Dissoziative Störungen
  • Essstörungen
  • Extrem schwankende Gefühle
  • Fehlendes Körpergefühl
  • Kaum Erinnerungen an die Kindheit
  • Kein Schmerzempfinden
  • Medizinisch nicht erklärbare körperliche Beschwerden 
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Selbstmordversuche/-gedanken
  • Selbstverletzungen
  • Sexuelle Störungen
  • Sprechstörungen (Stottern, Mutismus)
  • Suchtverhalten jeder Art
  • Unangemessene Wutausbrüche
  • Zwänge
  •  u.v.m.

Um welche Art von Trauma es sich handelt, ist in der EMDR-Trauma-Therapie nicht wichtig. Wichtig ist, wie sich die traumatische Erfahrung auf das Leben des Menschen auswirkt. Warten Sie nicht länger damit, sich professionelle Hilfe zu holen! Die EMDR-Trauma-Therapie ist international als eine der effektivsten Methoden zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung anerkannt.

 

Lesen Sie dazu auch den Artikel: „Traumatherapie EMDR - Hokuspokus oder hilfreich bei chronischen Schmerzen?“ von Nina Poelchau veröffentlicht am 15.12.2015 unter stern.de http://www.stern.de/gesundheit/emdr-bei-trauma-oder-schmerz--hilft-die-therapie--6603374.html