Dr. Annette Pitzer - Heilpraktikerin für integrative Psychotherapie

Arbeiten mit dem inneren Kind

Viele unserer Verhaltensmuster wurden durch unsere Erlebnisse, Erfahrungen und den daraus resultierenden kindlichen Strategien entwickelt.

Fühlten wir uns angenommen, verstanden, geborgen und dennoch bestärkt in unserem einzigartigen Sein, dann haben sich positive Verhaltensmuster entwickelt, auf denen wir auch als Erwachsene, wie auf einem starken Fundament, aufbauen können.

Wurden wir aber abgelehnt, reglementiert, verletzt, gedemütigt, für nicht gut genug befunden oder gar misshandelt (seelisch oder körperlich) sind unsere Verhaltensmuster negativ geprägt. Besser ich werde gar nicht gesehen, nur nicht auffallen, gehorchen auch wenn ich anderer Meinung bin, Konfrontationen aus dem Weg gehen, versuchen es jedem recht zu machen, strebsam sein, diszipliniert sein und viele Verhaltensmuster mehr können aus diesen kindlichen Erfahrungen entstehen. Diese Verhaltensmuster waren damals sinnvoll und für manche von uns sogar lebenswichtig.

Doch sind diese Verhaltensmuster auch heute für den erwachsenen Menschen immer noch sinnvoll? Manche können uns auch als Erwachsenen noch dienlich sein. Sie helfen im Beruf vorwärts zu kommen, in der Gruppe akzeptiert zu werden etc. Doch dienen sie auch uns? Machen sie uns zu einem glücklichen, selbstbestimmten Menschen? Andere behindern uns sogar in unserer Entwicklung. Warum reagieren wir auf bestimmte Ereignisse immer gleich, obwohl wir uns fest vorgenommen haben, unser Verhalten zu ändern. Aber kaum wird unser „unsichtbare Knopf“ gedrückt, fallen wir in unser Verhaltensmuster zurück. Sind uns diese alten Verhaltensmuster überhaupt bewusst oder haben wir nur das Gefühl, dass es so nicht weitergehen soll?

Das innere Kind lebt in uns und flüstert uns in diesen Momenten zu „Achtung – Gefahr!“, es betritt die Bühne und spielt uns an die Wand, wir lassen dieses verängstigte Kind die Regie übernehmen. Die bewährten kindlichen Verhaltensmuster sind stärker als unser Verstand und unser Wille. Ja unser inneres Kind ist sehr stark, denn sonst hätten wir nicht überleben können. Begegnen wir ihm mit Liebe und Respekt! Denn unser inneres Kind ist auch unsere lebendige Seite. Es verkörpert Spontaneität, Begeisterungsfähigkeit, Neugier, Offenheit und auch die Fähigkeit, ganz im Hier und Jetzt sein zu können. Tritt der reflektierende Erwachsene mit seinem inneren Kind in Kontakt, stellt sich eine Harmonie ein. Ein Gefühl der Ganzheit entsteht, indem wir Verhaltensmuster, die unserer heutigen Situation entsprechen, etablieren können.

Die therapeutische Arbeit mit dem inneren Kind zielt darauf ab, mit dem inneren Kind in einen liebvollen, mitfühlenden und umsorgenden Dialog zu kommen, um die kindlichen Gefühle und Verletzungen zu verwandeln.

Das innere Kind zu heilen bedeutet, sich selbst mit den ureigenen Wünschen und Werten auseinander zu setzen. Es entwickelt sich aus dieser Arbeit eine neue innere Stärke, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken kann. Ganz gleich, ob das eine gestörte Beziehung zu den Eltern ist, ob es Prüfungsangst ist, ob es sich um Ehe- und Beziehungsprobleme handelt oder Störungen im Verhältnis zu Vorgesetzten oder Kollegen. Blockierende, destruktive Verhaltensmuster werden nach und nach aufgearbeitet und aufgelöst.